Am Mittwoch warteten wir dann gespannt in unserem Helgoländer Hafen auf die Ankunft der Fähre aus Hamburg. Sie hatte dann über 1 Stunde Verspätung und wir hatten schon die Befürchtung, dass die Zeit nicht reichen würde, um die neuen Simmerringe einzubauen. Aber zum Glück ging das relativ schnell. (Alfons ist inzwischen mit dem Bootsbauer von der Werft per Du. Ich weiß nicht, ob das eine gute oder eher eine schlechte Entwicklung ist 😊). Der „Jens“ hat also jetzt insgesamt drei Simmerringe verbaut. Wir hoffen jetzt einfach, dass das hält.
Ansonsten war der Tag sehr gemütlich. Wir kamen eh nicht weit weg vom Boot, wegen der Reparatur. Ich habe viel gelesen, abends sind wir in den Ort spaziert. Damit sind wir jetzt auch durch mit Helgoland. Soo viel gibt’s dann dort auch nicht zu sehen und zu tun.
Daher starteten wir wie geplant am Donnerstag morgen um halb neun nach Den Helder in den Niederlanden. Es war wieder totale Flaute, wir mussten die ersten 8 Stunden unter Motor fahren. Die Nordsee war unerwartet ruhig, das spiegelglatte Wasser sah aus, wie das Plastikmeer bei Jim Knopf und Lukas in der Augsburger Puppenkiste… Ich hatte heute vorsorglich ein Pflaster gegen Seekrankheit hinters Ohr geklebt und bin total begeistert von der Wirkung – mir gings die ganze Zeit richtig gut! Absolut keine Probleme, ich konnte sogar unter Deck am Abend Spaghetti kochen oder unterwegs lesen! Ich bin soo erleichtert, dass das wirkt!
Ab 17.00 Uhr kam dann Wind auf und ab da hatten wir super Segelwind von hinten mit 4 – 5 Bft, der uns an den Ostfriesischen Inseln entlang nach Westen schob. Der Wind hielt die ganze Nacht an. Es war also entspanntes Segeln. Alfons und ich wechselten uns nachts alle 2 Stunden bei der Wache ab und jeder von uns konnte sogar in den Pausen etwas schlafen, trotz des Geräuschpegels der doch immer da ist. Auf dem Wasser war auch ganz wenig los, wir mussten also nicht groß auf andere Boote achten. Durch das AIS (Automatic Identification System), das wir auf dem Boot installiert haben, werden uns andere Fahrzeuge in unserer Umgebung auf dem Bildschirm angezeigt (sofern sie auch AIS haben, aber das haben die meisten größeren Schiffe). Wir sehen also weit im Voraus, wenn ein anderes Boot oder ein Frachter in unsere Richtung fährt und können entsprechend ausweichen.
Dieser schöne Wind hielt bis heute morgen gegen 9.00 Uhr an. Da waren wir dann schon auf der Höhe der Insel Texel. Die letzten drei Stunden motorten wir dann bis in den Hafenbereich von Den Helder. Wir bekamen nach vorheriger Anmeldung einen Platz im „Koninklijke Marine Jachtclub“. Das klingt sehr edel und königlich, aber die Umgebung ist eher wie Industriegebiet. Hier liegt außerdem die Niederländische Marine mit Kriegsschiffen usw., jede Menge Schlepper, Seenotrettungskreuzern, Küstenwache und und und. Dafür sind wir jetzt wahrscheinlich das best bewachte Boot in den ganzen Niederlanden – die Küstenwache hat ein direktes Auge auf uns 😉
Nach der Ankunft holten wir erst mal ein bisschen Schlaf nach und spazierten abends noch ins Ortszentrum. Nach unserem ersten Eindruck hat Den Helder nicht allzuviel zu bieten, aber wir werden in den nächsten Tagen nochmal nachschauen. Wir wollen hier erst mal bis Dienstag bleiben, dann sollte der Wind passen für die Weiterreise Richtung Süden.
Übrigens haben wir im Moment kein Wasser mehr im Boot 🥳. Vielleicht halten die Simmerringe ja wirklich…











































